Heizungssysteme - Die Vor- und Nachteile

Die Auswahl der richtigen Heizungsanlage ist ein wichtiger Punkt bei der Planung eines Neubaus. Es gibt nicht die eine beste Anlage für alle Anforderungen. Stets muss die jeweilige Situation analysiert und dann individuell entschieden werden. Im Folgenden werden die Funktionsweisen und die Vor- und Nachteile von zehn verschiedenen Heizungsarten vorgestellt.

Wärmepumpen

Es gibt mehrere Arten von Wärmepumpen, die nachfolgend genauer mit ihren Eigenheiten, ihren Vor- und Nachteilen beschrieben werden.

Grundsätzlich kann man sich das Prinzip einer Wärmepumpe wie einen umgekehrten Kühlschrank vorstellen: In der Luft oder in der Erde enthaltene Wärmeenergie wird über ein Heizungssystem in die Wohnräume transportiert. Häufig kommt dabei ein Kreislauf mit Kältemittel zum Einsatz. Dieses Kältemittel wird unter Druck komprimiert, wodurch es sich zusätzlich erwärmt und diese Energie an das Heizungs- und zum Teil auch an das Brauchwasser abgeben kann.

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Funktionsweise

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe bezieht ihre Wärmeenergie aus der Umgebungsluft. Die Außenluft wird angesaugt und verdichtet. Die darin enthaltene Wärmeenergie erwärmt ein Kältemittel und bringt dieses zum Sieden. In der Folge wird es komprimiert und dadurch erwärmt. Es fließt in einen Wärmetauscher, wo es das Brauch- und Heizwasser erwärmt.

Einsatzmöglichkeiten

Verglichen mit anderen Arten von Wärmepumpen, benötigt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe deutlich weniger Platz. In der Regel nimmt die Technik der Pumpe sehr wenig Raum ein. Die Aufstellung kann im Freien oder im Keller erfolgen, je nachdem, wo mehr Platz ist. Da keinerlei Bohrungen für Erdsonden oder Brunnen erforderlich sind, müssen keine besonderen Genehmigungen für die Aufstellung einer solchen Anlage eingeholt werden.

Durch die teilweise hohe Geräuschentwicklung ist zu prüfen, ob die Räumlichkeiten im Haus oder im Freien geeignet sind, damit weder Hausbesitzer noch Nachbarn gestört werden. Dieses Heizsystem ist für den ganzjährigen Einsatz geeignet. Bei tiefen Außentemperaturen wird allerdings mehr Strom verbraucht, um die Luft zu komprimieren.

Besonders gut und effizient arbeitet eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in Verbindung mit Flächenheizungen. Fußboden- und Deckenheizungen, oder auch Niedertemperatur-Heizkörper eignen sich besonders gut.

Luft-Luft Wärmepumpe

Funktionsweise

Diese Heizungstechnik benötigt im Gegensatz zu zahlreichen anderen Wärmepumpensystemen keinen gesonderten Kältemittelkreislauf. Es gibt auch keinen Umweg über ein Wassersystem. Stattdessen erfolgt die Übertragung der Wärme von einem Luftkreislauf auf einen anderen. Über einen Plattenwärmetauscher wird die in der verbrauchten Raumluft enthaltene Wärmeenergie auf die angesaugte Außenluft übertragen. Auf diese Weise werden bis zu 90% der Wärme in der Raumluft genutzt. Ein Zuluftnacherhitzer bringt die so vorgewärmte Frischluft auf die gewünschte Raumtemperatur. Daraufhin wird sie über ein spezielles Lüftungssystem in die Wohnräume geleitet.

Einsatzmöglichkeiten

Ein Vorteil dieser Heizungsart liegt in der direkten Wärmeübertragung von Abluft zur Frischluft. Dadurch sind beispielsweise keine Heizkörper mehr notwendig. Je besser das Haus abgedichtet ist, desto besser funktioniert dieses System. In einem Passivhaus kann die Luft-Luft-Wärmepumpe unter Umständen sogar das Brauchwasser erwärmen. Positiv schlägt zu Buche, dass der Wartungsaufwand dieses Heizsystems sehr gering ist.

Sole-Wasser-Wärmepumpe

Funktionsweise

Diese Art der Wärmepumpe macht sich die in der Erde gespeicherte Wärmeenergie zu Nutze. Diese wird mittels einer Erdsonde oder eines Erdkollektors aufgenommen. Um sie zu nutzen, sind eine externe Energiequelle und ein Heizsystem mit drei getrennten Kreisläufen erforderlich. In einem geschlossenen Kreislauf, der ein Gemisch aus Salz, Frostschutzmittel und Wasser, der sogenannten Sole, wird die Wärme in die eigentliche Heizungsanlage transportiert. Im zweiten Kreislauf zirkuliert ein Kältemittel. Hierfür wird meistens Propan oder Ammoniak verwendet. Dieses Kältemittel wird verdichtet, wodurch es sich stark erwärmt. Diese Wärme wird nun an den dritten Kreislauf abgegeben, welcher den Wohnraum beheizt.

Um an die Erdwärme zu gelangen, gibt es zwei unterschiedliche Methoden:

Die Erdsonde: Hier wird ein 40 bis 250 Meter tiefes Loch gebohrt. In diesen Tiefen herrscht eine relativ hohe Wärme und führt zu einer hohen Effektivität der Anlage.

Ein weitere Vorteil ist der geringe Flächenbedarf für die Sonde.

Zu beachten ist allerdings, dass eine solche Tiefenbohrung unter das Bergrecht fällt und von der Bergbaubehörde genehmigt werden muss

Der Erdkollektor: Hier wird ein schlangenförmiges Rohrleitungssystem relativ dicht unter der Erde vergraben. Dieses nutzt die relative Wärme, die auch in etwa 0,8 bis 1,5 Metern Tiefe herrscht. Je tiefer das Rohsystem vergraben wird, umso größer ist der Temperaturunterschied und die Effektivität der Anlage.

Für zu beheizende Wohnräume von 100 m² wird erfahrungsgemäß mit einer benötigten Kollektorfläche von 200 m² gerechnet. Es ist also vorab zu prüfen, ob ausreichend Platz auf dem angrenzenden Grundstück vorhanden ist.

Besondere Baugenehmigungen sind im Gegensatz zum Einsatz einer Erdsonde hingegen nicht erforderlich.

Einsatzmöglichkeiten

Grundsätzlich müssen drei Bedingungen für die Installation einer Sole-Wasser-Wärmepumpe erfüllt sein: 

  1. Das eigentliche Heizungssystem muss sehr effektiv arbeiten und mit einer niedrigen Vorlauftemperatur auskommen. Nur so können die relativ geringen Temperaturunterschiede gut genutzt werden.
  2. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit: Das Haus muss gut gedämmt sein. Bei Neubauten sollte dies in jedem Fall erfüllt sein, aber selbst in Altbauten kann bei entsprechender Dämmung eine solche Anlage verwendet werden.
  3. Es muss vorab geklärt werden, ob die Bodenbeschaffenheit für den Einsatz einer solchen Wärmepumpe geeignet ist und ob eine Erdsonde, oder eher ein -kollektor in Frage kommt.

Als notwendige Grundfläche für die Technik sind 0,5 bis 2 m² einzuplanen.

Ein weiterer Vorteil des Systems besteht darin, dass mit einem zusätzlich installierten Wärmetauscher die Anlage im Sommer auch zum Kühlen der Wohnräume genutzt werden kann. Beim Einsatz einer Erdsonde kann die in tieferen Erdschichten herrschende niedrige Temperatur direkt genutzt werden, ohne dass diese weiter heruntergekühlt werden muss.

Wasser-Wasser-Wärmepumpe

Grundwasser ist nicht nur zum Trinken geeignet. Je nach Tiefe, in der es lagert, weißt es eine relativ hohe Temperatur auf, die eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe nutzen kann. Da das Grundwasser kaum von äußeren, jahreszeitlich bedingten Einflüssen betroffen ist, bleibt seine Temperatur bis auf ein oder zwei Grad das ganze Jahr über konstant und eignet sich sehr gut für den Betrieb einer Wärmepumpe. Je nach Tiefe liegt diese für gewöhnlich zwischen 8 und 12 Grad Celsius.

Die Wärmeübertagung erfolgt nicht über einen Umweg wie beispielsweise bei der Sole-Wasser-Wärmepumpe. Stattdessen wird das warme Grundwasser direkt genutzt. Da man für diese Art von offenem System größere Mengen an Flüssigkeit benötigt, ist ein größeres Bohrloch als bei einer Erdsonde einer Sole-Wasser-Wärmepumpe nötig. Dieser Brunnen reicht in bis zu 20 Metern Tiefe. Das geförderte, warme Grundwasser gibt seine Energie in einem Wärmetauscher an einen Kreislauf mit Kältemittel ab und wird daraufhin über ein zweites Bohrloch, den sogenannten Schluckbrunnen, wieder in die Erde zurück geleitet. Das Kältemittel wird zu einem Verdichter transportiert, wo es durch den Druck gasförmig wird und sich erhitzt.

Einsatzmöglichkeiten

Um diese an sich sehr effektive Heizungsart installieren und betreiben zu können, müssen einige Grundbedingungen erfüllt sein:

  1. Es muss ganzjährig eine ausreichende Menge Grundwasser vorhanden sein
  2. Die Qualität des Grundwassers muss stimmen: Zu viele Feststoffe oder Mineralien beeinträchtigen den Betrieb der Wärmepumpe und können zu einem erhöhten Verschleiß der Anlage führen
  3. Bohrtiefe: Liegen die Grundwasservorkommen tiefer als 20 Meter, sind die Bohrkosten häufig zu hoch
  4. Es müssen zwei Bohrungen vorgenommen werden; eine für die Entnahme des Grundwassers, eine für die Rückführung des abgekühlten Wassers. Für beide Bohrungen müssen Genehmigungen bei der Unteren Wasserbehörde beantragt werden.

Vor- und Nachteile

+ niedrige Betriebskosten
+ langlebig, geringer Wartungsaufwand
+ teilweise im Sommer als Kühlung einsetzbar

- relativ hoher Anschaffungspreis
- beim Einsatz einer Erdsonde muss eine entsprechende Bodenbeschaffenheit vorhanden sein und es müssen Genehmigungen eingeholt werden
- bei Erdkollektoren ist ein hinreichend großes Grundstück erforderlich
- Abhängigkeit vom Strompreis
- das Gebäude muss ausreichend gedämmt sein

Gasheizung

Die Gasheizung ist eine sehr häufig eingesetzte Heizungsart in Deutschland. Durch ihre geringe Größe eignet sie sich auch hervorragend zur nachträglichen Installation in Altbauten. Ob zentrale Anlage im Keller für Brauch- und Heizwasser mit Warmwasserspeicher, in einer stehenden Ausführung oder als Wandgerät, ob Gastherme, oder ob kleiner Durchlauferhitzer: Es gibt für beinahe jede Anforderung die passende Gasheizung.

Früher übliche Anlagen mit Konstanttemperaturkesseln gelten heute als wenig effizient und werden kaum noch installiert. Etwas öfter trifft man noch auf Niedertemperatur-Gasheizungen. Steigt die Außentemperatur, wird die Wassertemperatur abgesenkt. Dadurch wird die Effektivität gesteigert.

Wesentlich moderner und effektiver sind Brennwert-Gasheizungen.

Die meisten Gas-Heizungssysteme können sowohl mit Erdgas, Biogas oder mit Flüssiggas betrieben werden.

Funktionsweise

Stand der heutigen Technik sind Gasbrennwertheizungen. Diese nutzen die Wärme der Abgase mit, indem der darin enthaltene Wasserdampf in der Anlage kondensiert und die darin enthaltene Wärmeenergie wieder abgibt.

Gegenüber alten Konstanttemperaturkesseln kann so eine Effizienzsteigerung von 10 bis 30 Prozent erreicht werden; gegenüber Niedertemperaturanlagen immerhin noch 5 bis 10 Prozent. Ihren optimalen Wirkungsgrad erreichen diese Anlagen jedoch nur, wenn die Heizungsanlage für relativ niedrige Rücklauftemperaturen ausgelegt ist. Bei manchen Systemen in Altbauten ist dies nicht der Fall. Eine moderne Gas-Brennwert-Heizung kann dennoch eingebaut werden. Lediglich an sehr kalten Tagen kann in alten Anlagen der Taupunkt des Abgases unterschritten werden, sodass die darin enthaltene Wärme nicht genutzt werden kann.

Einsatzmöglichkeiten

Gasheizungen mit Gebläsebrenner sind von der Raumluft unabhängig und können sogar in Schränken untergebracht werden. Auch für den nachträglichen Einbau nach einer Modernisierung eignen sich Gasheizungen in der Regel sehr gut. Für die Abgasleitung genügt eine relativ dünne Röhre, die meist aus Edelstahl gefertigt wird. Die Errichtung oder Sanierung eines gemauerten Kamins ist nicht notwendig.

Einer der Gründe, warum Gasheizungen so beliebt sind, ist der günstige Preis.

Dieser hängt von mehreren Faktoren ab. Im Wesentlichen sind dies:

  • ausgewähltes System (Niederenergie oder Brennwert; Kessel oder Therme)
  • Leistung der Anlage
  • Ist ein Wasserspeicher notwendig?
  • Muss eine neue Abgasleitung installiert werden?
  • allgemeine Kosten der Installation

Bei älteren Gasheizungen ist eine jährliche Kontrolle durch den Schornsteinfeger vorgeschrieben. Bei modernen Brennwert-Heizungen genügt ein Besuch alle zwei Jahre. Dieser besteht in der Regel nur aus der Kontrolle der Messwerte, denn eine Reinigung der Abgasleitung ist normalerweise nicht mehr nötig.

Vor- und Nachteile

+ großer Wirkungsgrad
+ geringer Platzbedarf
+ günstige Anschaffungskosten

- tendenziell steigender Gaspreis
- Abhängigkeit von einem oder wenigen Versorgern
- Kein Heizsystem mit  Zukunft

Ölheizung

Funktionsweise

Das Grundprinzip einer Ölheizung ist einfach, auch wenn zahlreiche Einzelkomponenten beteiligt sind: Öl wird über eine Leitung angesaugt und in einer Düse versprüht. In einer Brennkammer wird dieser Ölnebel verbrannt; die entstehende Wärme erhitzt Brauch- und Heizwassersysteme.

Das Öl wird für gewöhnlich in Kunststofftanks im Heizkeller gelagert. Mehrere dieser Tanks werden zusammengeschlossen, sodass man flexibel ist, was die richtige Größe betrifft. Seltener gibt es noch große Metalltanks, die auf dem Grundstück unterirdisch verlegt werden. Dank der in den letzten Jahren gesteigerten Effektivität der Ölheizungen, sind heutzutage zumindest für Einfamilienhäuser solche großen Tanks nicht mehr nötig. Neben ihrer Wartung durch den TÜV erforderten diese auch nach Ablauf ihrer Lebensdauer einen recht kostspieligen Austausch.

Moderne Ölheizungen - viel Wärme und wenig Abgase

Vergleichbar zu den Gasheizungen gab es früher durchweg Konstanttemperaturkessel. Diese waren aus heutiger Sicht eher dazu geeignet, den Heizungsraum und den Schornstein zu erwärmen, als den Wohnraum effektiv zu beheizen. Bereits vor Jahren wurden diese Altgeräte abgelöst durch Niedertemperaturkessel. In diesen Systemen beträgt die Temperatur des zurücklaufenden Wassers maximal 40 Grad. Dadurch kann es vorkommen, dass Wasserdampf in der Leitung kondensiert. Gegenüber alten Konstanttemperaturkesseln liegt der Wirkungsgrad von Niedertemperaturkesseln ungefähr 30% höher.

Der neueste Stand der Technik sind Öl-Brennwertheizungen.

Bei Ölheizungen hatte es etwas länger gedauert, bis sich diese Technik durchgesetzt hat. Dies lag vor allem daran, dass die Steigerung des Wirkungsgrads geringer ausfällt als bei Gasheizungen. Immerhin kann ein Effizienzgewinn gegenüber Niedertemperaturanlagen von bis zu 6% verbucht werden. Bei Ölheizungen mit Brennwerttechnologie wird die Energie genutzt, die bei der Kondensation der Abgase erzeugt wird.

Dafür gibt es drei verschiedene Möglichkeiten:

  1. über einen zusätzlichen, nachgeschalteten Wärmetauscher
  2. durch die Vorwärmung der Verbrennungsluft
  3. über interne Kondensation am primären Wärmetauscher

Bei dieser Art der Kondensation fällt ein saures Kondensat an, dass durch ein spezielles Granulat neutralisiert werden muss. Wird schwefelarmes Heizöl verwendet, kann auf diese zusätzliche Neutralisationeinheit verzichtet werden.

Einsatzmöglichkeiten

Früher waren Ölheizungen sperrige und schwere Geräte, die dabei viel Lärm produzierten. Mit der Einzug der modernen Technik hat sich dies allerdings grundlegend geändert. Inzwischen gibt es sogar Ölheizungen, die an der Wand hängend montiert werden können. Es sind auch nicht mehr die früher üblichen großen Querschnitte der Schornsteine notwendig, da die Abgasmenge und Temperatur inzwischen deutlich reduziert werden konnte. Bei einer Modernisierung kann es allerdings vorkommen, dass ein für alte Anlagen dimensionierter Kamin nachträglich verkleinert oder mit einem Einsatz versehen werden muss, da sich ansonsten Kondenswasser an den Innenwänden bilden kann. Beim Einsatz einer modernen Brennwertheizung kann auf einen klassischen, großen Schornstein verzichtet werden, sodass hier bei einer Neuinstallation Kosten gespart werden können.

Um die Effektivität der Anlage zu gewährleisten, ist ein gut gedämmter Wohnraum erforderlich. Zudem dürfen die Heizkörper nicht zu klein dimensioniert sein, da ansonsten das Heizungswasser nicht genügend Wärme abgeben kann und zu warm zurück in die Anlage fließt. Alte, oft recht großzügig bemessene Heizkörper in Altbauten sind hingegen meist sehr gut geeignet.

Der wichtigste Faktor für die langfristige Kalkulation der Kosten einer Ölheizung liegt naturgemäß beim Preis des Heizöls. Dieser ist nicht nur abhängig von der Weltwirtschaftslage und der jeweiligen Jahreszeit, sondern ist auch geprägt von regionalen Unterschieden und variiert mit der bestellten Menge.

Vor- und Nachteile

+ solide, erprobte Technik

- Abhängigkeit vom Ölpreis
- relativ hohe Anschaffungskosten
- Platzbedarf für Technik und Brennstofflager
- Kein Heizsystem mit Zukunft

 

Pelletheizung

Diese Art der Heizung vereint zwei Vorteile: Heizen mit nachwachsenden Rohstoffen bei gleichzeitig niedrigen Kosten. Unter Pellets versteht man kurz gesagt gepresstes Holz. In Sägewerken fallen große Mengen von Hobelspänen und Sägemehl an, welche durch Druck in eine genormte Form gepresst werden. Durch die dabei entstehende Wärme verklebt das Material durch darin enthaltene Inhaltsstoffe wie beispielsweise Harz. Es ist lediglich erlaubt, maximal 2% natürliche Zusatzstoffe beizumischen. Hierfür kann Stärke verwendet werden.

Funktionsweise

Grundsätzliche werden die Pellets über ein Zuführsystem in eine Brennkammer befördert oder hinein gesaugt. Die Menge wird dabei vollautomatisch gesteuert. Die Verbrennungswärme beheizt bei einer zentralen Anlage das Heizwasser, in einem Einzelgerät wird die Wärmeenergie direkt an die Raumluft abgegeben.

Generell empfiehlt sich die Installation eines Warmwasserspeichers.

Im Wesentlichen unterscheidet man drei Arten von Pelletheizungen:

1. Zentrale Pelletheizung

Diese kann ohne Qualitäts- oder Komforteinbußen wie eine konventionelle Zentralheizung genutzt werden. Es ist sogar möglich, nicht nur Einfamilienhäuser, sondern auch größere Gebäudekomplexe zu beheizen.

Für gewöhnlich sind diese Geräte mit einem Wassertank versehen, welcher die Wärme speichert und schnell wieder abgeben kann. So werden Verzögerungen vermieden, die bei der relativ langen Aufheizphase bei Pelletheizungen entstehen können.

2. Einzelraum-Pellet-Heizung

Hiermit kann mit einem kleinen System ein Wohnraum beheizt werden. Ein kleiner Vorratsbehälter versorgt die Anlage mehrere Tage mit Brennstoff.

3. unterstützende Pelletheizung

Es ist möglich, eine bestehende, mit fossilen Brennstoffen betriebene Heizungsanlage mit einer Pelletheizung zu kombinieren. Dies bietet sich häufig an, wenn ein kompletter Austausch der bisherigen Anlage vermieden werden soll. Die Effizienz ist nicht so hoch wie bei einer solitären Pelletheizung, erhöht aber den Wirkungsgrad einer konventionellen Heizung spürbar.

Einsatzmöglichkeiten

Besondere bauliche Anforderungen für eine Pelletheizung existieren nicht. Die technische Anlage selbst nimmt relativ wenig Platz ein. Selbst eine leistungsfähige Zentralheizung mit großem Wasserpuffer zur Wärmespeicherung nimmt nicht mehr Raum ein als eine gewöhnliche Ölheizung. Anders sieht es bei den Pelletvorräten aus: Diese müssen in einem gesonderten Raum gelagert werden. Von dort werden sie in die Brennkammer der Heizung transportiert.

Pelletöfen zum Beheizen einzelner Räume benötigen einen Anschluss an den Kamin und einen Stromanschluss.

Der Betrieb einer Pelletheizung ist vergleichbar einfach und komfortabel wie der einer Gas- oder Ölheizung. Eine Pelletlieferung pro Jahr sollte genügen.

Einen Großteil der Reinigungsarbeiten, etwa die der Rauchabzüge und das Entfernen von Brennrückständen, erledigen moderne Anlagen überwiegend selbstständig.

Vor- und Nachteile

+ niedrige Betriebskosten
+ umweltfreundlich

- relativ hohe Anschaffungskosten
- großer Platzbedarf für den Brennstoff

 

Holzheizung

Das Heizen mit Holz ist die wahrscheinlich älteste Heizmethode. Vom wohlig prasselnden, aber nicht sehr energiesparenden Kamin- oder Lagerfeuer hat sich diese Technik vor allem in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt.

Nicht geändert hat sich, dass Holz ein natürlicher und nachwachsender Rohstoff ist, der auf Grund dessen eine ökologisch verantwortungsvolle Brennstoffquelle darstellt.

Je nach individueller Situation und persönlichen Wünschen kann man Einzelöfen aufstellen oder eine Holz-Zentralheizung installieren.

Funktionsweise

Herkömmliche Holzbrennkessel verfeuern das Holz und nutzen die dabei entstehende Wärme. Modernere Anlagen, sogenannte Holzvergaserkessel, verbrennen auch die beim Verbrennungsprozess aus dem Holz austretenden Gase und nutzen die dabei freiwerdende Wärmenergie. Dies geschieht in einem System, das aus zwei Kammern besteht. In der ersten wird das Holz erwärmt, sodass zunächst das darin enthaltene Wasser als Dampf austritt. Ebenfalls steigen brennbare Gase auf, welche nun verbrannt werden. Allmählich verwandelt sich dabei das Holz in glühende Holzkohle, der nun in der zweiten Kammer Sauerstoff zugeführt wird. Dabei wird es annähernd ohne Rückstände verbrannt. Einfachere Anlagen zum Verfeuern von Holzhackschnitzeln oder Scheitholz besitzen nur eine Kammer, in welcher der Brennstoff verfeuert wird.

Holzheizungen sind - ähnlich wie Pelletheizungen - relativ träge Heizsysteme. Um schnell auf Wärmeenergie zugreifen zu können, sind Wasserwärmespeicher nötig.

Einsatzmöglichkeiten

Holz stellt einen umweltverträglichen und relativ günstigen Brennstoff dar. Auch die Kosten für die Anschaffung einer Holzheizung sind übersichtlich. Allerdings müssen Hausbesitzer etwas mehr Zeit für den Betrieb der Anlage einkalkulieren. Während Holzhackschnitzel-Heizungen normalerweise mit einer automatischen Förderanlage für den Brennstoff ausgestattet sind, müssen andere System häufig manuell befüllt werden. Hinzu kommt noch die Entleerung und Säuberung von Aschekästen, Kaminen und Öfen.

Im Vergleich zu Gas oder Heizöl muss bei Holz für den Brennstoffvorrat eines Jahres deutlich mehr Platz eingerechnet werden. Auch die Heizanlage selbst braucht relativ viel Platz: Für eine Holzheizung mit Kessel, Boiler, Pufferspeicher und Ausdehnungsgefäß sollten 5 bis 6 Quadratmeter Fläche einkalkuliert werden.

Vor- und Nachteile

+ niedrige Betriebskosten
+ umweltfreundlich

- gewisser Aufwand bei Reinigung und Wartung
- Platzbedarf für Brennstoff
- relativ hohe Anschaffungskosten

 

Fernwärme

Diese Heizungsart ist eines der am wenigsten verbreitetsten Systeme in Deutschland. Fernwärme wird vorwiegend durch Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt. Das bedeutet, die Wärmeenergie, die bei der Stromproduktion in Kraftwerken anfällt, erhitzt Wasser, welches dann über Rohrleitungen in die Haushalte geleitet wird und dort das Heiz- und Brauchwasser erwärmt. Durch die Nutzung dieser Abwärme, die bei konventionellen Kraftwerken an die Umgebung abgeleitet wird, erreicht die Fernwärme einen hohen Wirkungsgrad.

Teilweise wird auch die anfallende Wärme von Müllheizkraftwerken genutzt.

Die Verbreitung dieser Heizungsart ist in Ballungszentren größer als im ländlichen Raum, da in Städten die Transportwege, und damit die Wärmeverluste, relativ klein sind. So können viele Verbraucher erreicht werden. In Berlin werden beispielsweise mehr als eine Million Haushalte mit Fernwärme versorgt.

Zunehmend werden allerdings kleinere Blockheizkraftwerke errichtet, welche dezentral Strom und Wärme erzeugen. Ausgestattet mit Gas- oder auch Dieselmotoren können diese einen kleinen Häuserblock, oder auch nur ein Wohnhaus mit Energie versorgen, ohne dass längere Transportwege anfallen. Auch wenn das Prinzip das selbe ist, spricht man hier eigentlich von Nahwärme.

Funktionsweise

Die vom Kraftwerk erzeugte Wärme erhitzt Wasser, welches flüssig oder in Form von Wasserdampf über vorwiegend unterirdisch verlaufende Rohrleitungen in die Haushalte transportiert wird. Hier wird mittels eines Wärmetauschers die Wärme an das Brauch- und Heizwasser übertragen und gegebenenfalls gespeichert, um eine kontinuierliche Temperatur zu gewährleisten.

Einsatzmöglichkeiten

Voraussetzung für den Einsatz von Fernwärme ist, dass der Haushalt im Bereich eines Fernwärmenetzes liegt. Weiterhin muss ein bestimmter Mindestwärmeverbrauch erwartet werden, da viele Fernwärmeversorger einen solchen zur Bedingung für einen Anschluss machen. Ist die Verlegung der Rohrleitungen möglich, sind lediglich zwei Kernbohrungen in der Hauswand nötig. Die Installation des Wärmetauschers selbst erfordert wenig Aufwand und benötigt sehr wenig Platz. Teilweise kann dieser an der Wand hängend montiert werden.

Die nachträgliche Installation eines Fernwärmeanschlusses ist in der Regel nicht rentabel. Am besten eignet sich Fernwärme für größere Einheiten wie Mehrfamilienhäuser.

Preis

Der aufwändigste und teuerste Teil der Fernwärmeversorgung ist das Legen des Anschlusses. Diese Kosten müssen in der Regel nicht vom Verbraucher direkt bezahlt werden, sondern werden vom Versorger über den Grundpreis auf alle Nutzer umgelegt.

Hinzu kommt der sogenannte Arbeitspreis, in welchem die Kosten von Wärmeerzeugung und Transport enthalten sind. Zusätzlich erheben einige Anbieter einen Dienstleistungspreis, welcher die Kosten für Messungen und Abrechnungen beinhaltet.

Der Endpreis für den Kunden ist regional extrem unterschiedlich. Er muss vorab anhand von Informationen der lokalen Anbieter individuell berechnet werden. So liegt er im Osten Deutschlands etwas höher als im Westen. Je nach verwendeter Primärenergie hängen die Kosten auch von den Preisen für diesen jeweiligen Brennstoff ab. Die Schwankungen sind jedoch deutlich geringer als beispielsweise beim Ölpreis.

Vor- und Nachteile

+ geringer Platzbedarf
+ geringer Wartungsaufwand
+ großer Komfort

- Abhängigkeit von einem Anbieter
- teilweise große Wärmeverluste durch lange Transportwege

 

Elektroheizung

Funktionsweise

Beim Heizen mit Strom werden im Wesentlichen zwei Systeme unterschieden:

  • Direktheizung: Der Strom erzeugt mittels Heizwiderständen Wärme, welche unmittelbar an die Umgebung abgegeben wird
  • Speicherheizung: Wird nachts mit Niedertarifstrom aufgeheizt, die Wärme kann dann im Lauf des folgenden Tages abgegeben werden.

Direktheizungen gibt es in unterschiedlichen Größen und Ausführungen. Von einfachen Heizlüftern über ölgefüllte Radiatoren bis hin zu Infrarotstrahlern. Sie erzeugen schnell und unkompliziert Wärme.

Speicherheizungen enthalten meistens Keramiken oder andere Materialien, welche die vom Strom erzeugte Wärme über einen langen Zeitraum speichern und wieder abgeben können.

Einsatzmöglichkeiten

Speicherheizungen eignen sich vor allem, wenn der Abschluss eines entsprechenden Nachttarifes für die Stromlieferung möglich ist. Weiterhin sollte die am Folgetag benötigte Wärmemenge im voraus kalkulierbar sein, da ansonsten mit teurem Strom zum Tagtarif nachgeheizt werden muss.

Preis

Die Kosten für eine Elektroheizung kann man kurz zusammenfassen:

  • Die Anschaffung ist sehr günstig, der Betrieb relativ teuer.
  • Billige Heizlüfter gibt es bereits für wenige Euro im Elektromarkt.
  • Die Preise für Nachtspeicheröfen liegen je nach Größe und Leistungsfähigkeit zwischen 600 und 1.000 Euro.

Vor- und Nachteile

+ geringe Anschaffungskosten
+ minimaler Wartungsaufwand
+ geringer Platzbedarf

- schlechter Wirkungsgrad
- relativ hohe, schwer kalkulierbare Betriebskosten
- Direktheizungen werden meist mit teurem Tagstrom betrieben
- Speicherheizungen sind sehr unflexib

 

Fazit

Jede der hier aufgeführten Heizungsarten hat ihre Vor- und Nachteile. Die Kosten für Anschaffung, Wartung und den Betrieb stellen ein wichtiges, wenn auch nicht das einzige Kriterium dar. Die Größe des Hauses, die Beschaffenheit des Grundstücks, persönliche Vorlieben und viele andere Dinge spielen in die wichtige Entscheidung hinein.

Stets muss dabei die jeweilige Ausgangslage genau betrachtet und dann individuell entschieden werden, welches Heizungssystem den Anforderungen am besten entspricht.